Tuesday, November 28, 2006

Gegenverlinkung und so

Weil ich so extreeeem stolz auf meine soeben in der rechten Leiste eingefügten Links bin (Martin, das Gegenverlinkungsprojekt ist somit geglückt, vollendet, reziprok), bitte sofort anklicken! Noch ein Monat in diesem Büro und ich hab meinen eigenen Podcast… aber das werdet ihr hoffentlich nicht erleben, denn meine Stunden hier sind gezählt: 17, 16,...

Ich weiß, die Fotos fehlen noch immer, aber das ist grad alles sehr stressig. Heute mußte mich schon Ana aufwecken, sonst hätt ich glatt bis Mittag durchgeschlafen - wie in Schulzeiten! Jedenfalls hab ich deshalb auch noch kein Email an alle rausgeschickt, deshalb haben wahrscheinlich auch die wenigsten meine Ergüsse bereits gelesen, dabei hab ich mich ja wirklich ins Zeug gelegt, die österreichische Außenwirtschaft hat mit Sicherheit extrem darunter gelitten. Außerdem gibt es mit sofortiger Wirkung ein neues Feature: Posten nun auch anonym möglich (einfach den Button "anonym" anklicken, dann muss man sich nicht einloggen), nicht um Obszönitäten und Verunglimpfungen Tür und Tor zu öffnen (auch Kritik ist selbstverständlich höchst unerwünscht), sondern um eventuell (oder soll ich sagen augenscheinlich) vorhandene Hemmschwellen (technischer bzw. zeitlicher Natur oder auch in Zusammenhang mit gewissen Senilitätserscheinungen beim Merken des hundersiebenundzanzigsten Passworts, das man inzwischen zum Überleben so braucht - ja, ich verstehe, dass der Online-Banking-Account Vorrang hat, es gefällt mir nicht, aber ich verstehe es) zu beseitigen. Ich kümmere mich schließlich um meine Leser, ich will Service bieten (was einem die Serviceeinrichtung WKO so alles beibringt - Gehirnwäsche pur, solche Dinge sind doch früher nie aus meiner Tastatur geflossen), und ich will verdammt noch mal mehr Kommentare!

Einkaufen bis zum Umfallen

Und das mit einer guten Rechtfertigung: Ankurbelung der argentinischen Wirtschaft. Myriam meinte, ich könne Buenos Aires nicht verlassen, ohne das Unicenter gesehen zu haben. Steff, dies an der idyllischen Ecke Panamérica y Paraná gelegene Exemplar ist nach dem Devoto (am westlichen Ende der Stadt, nicht unweit vom gleichnamigen Gefängnis) schon das zweite Shopping Center, das ihr zwei hoffentlich nicht geschafft hab (sonst würd ich mir ernsthafte Sorgen um euch machen). Dennoch, da können Autobahnnähe und Vorstadt-Dschungel noch so groß sein, drinnen sind sie eigentlich alle gleich, nur der Weihnachtsbaum ist anders geschmückt. Einzige Ausnahme: die Bond Street Galleries - an Kultfaktor nicht zu übertreffen, Martin, du hast völlig recht. Siehe Bilder, ähm, die folgen allerdings erst.

Turismo, Tragedias & Trámites

Nach "so viel Arbeit" folgt das Tourismusprogramm. Zuerst gibt es ein deftiges Eis (Erklärung für Steff & Martin: Ich war im Munchi's Headquarter in Escobar, riesig, tausend Sorten und ein eigener Park, ein Traum; Erklärung für alle anderen: argentinisches Eis ist der Wahnsinn, man kauft es am besten kiloweise, und Munchi's ist von allen fast das beste, natürlich muss man zwischendurch immer wieder andere probieren, um auch tatsächlich sicher sein zu können), dann nehmen wir die Straße zum Fluss Lujan: rechts und links nichts außer Bäume und nach 40 kam uns somit genug Zeit, um ein bißchen Dativ und Akkusativ der deutschen Sprache zu üben und über potentielle Einkunftsquellen für argentinische Anwältinnen in der Schweiz nachzudenken, eigentlich nichts außer halt dreckiger Fluß - ein etwas eigener Charme, aber irgendwie nicht schlecht, so untouristisch!

Am Weg nach Pilar bekommt man einen guten Eindruck über die zwei Welten in ARgentinien: auf der einen Seite zahllose "barrios cerrados" oder "countries" (=die VErsion mit eigenem Supermarkt und Swimmingpool etc) der Reichen, die sich vor lauter Angst überfallen ausgeraubt oder entführt zu werden gar einsperren lassen, auf der anderen Seite die Baracken der weniger Begüterten. Das sind die Gegenden, die sehr wohl erklären, warum viele Argentinier davon träumen, das Land zu verlassen - das und ein Blick in die Nachrichten, wenn sie gerade nicht davon handeln, dass den Bush-Töchtern am Wochenende am Plaza Dorrego trotz vier Secret Service Typen Geld und Handy gestohlen werden. Dazu kommt ein dauerndes Chaos, das das Land langsam kaputt oder das Leben daran zumindest schwierig macht: Zu viele Verkehrstote, weil keiner die Verkehrsregeln einhält, zuviele unfähige bzw korrupte Anwälte, weil jeder Rechtsstudierte automatisch "abogado/a" ist (Was ist der Unterschied zwischen einem Anwalt und einer Prostituierten? Für die Prositutierte gibt es eingie Dinge, die sie für Geld nicht macht... Jaja, so ist hier unser Ruf...), jeder Amtsweg ("trámite") kostet viel Zeit und Nerven, nichts geht leicht, nichts geht sofort, jede Straße in Buenos Aires ist entweder Baustelle oder baufällig, Feinstaub ist der wohl der Porteños' Sauerstoff. Und trotzdem erscheinen die meisten Städte im Vergleich zu Buenos Aires langweilig, einerseits weil die Argentinier schon wissen, wie man das Leben genießt, andererseits weil für und Europäer hier alles erchwinglich und fast alles billig ist. Und manche Dinge gibt es zuhause gar nicht - in Steff's Worten: "alfajores, carnecita & licuados".

Experiencia abogadil

Halb 7 Uhr Tagwache, Freizeit kann anstrengender sein als Arbeitsleben – zumindest als das an der AHSt, und vor allem wenn man eine Anwältin als Freundin hat, die einen auf wilde Audiencias nicht etwa in der Capital Federal sondern in Gran Buenos Aires mitnimmt. Treffpunkt 9 Uhr in San Isidro, zuerst müssen wir im alten Colegio de Abogados ihre Credenciales erneuern lassen, dann geht es zum Gericht und zu Fuß in den 7. Stock, die Schlange vor den beiden Aufzügen ist nämlich enorm und die Anwältin von heute schließlich sportlich. Erstaunliches Getümmel da oben, wir gehen von einem Gerichts-Vorzimmer (so eine Art begehbarer Aktenschrank mit Theke) zum nächsten und Myriam lässt sich dort die Akte zu ihren Fällen geben. Was neu dazugekommen ist, wird händisch abgeschrieben, Kopieren ist wohl nicht, alles sehr down-to-earth. Im Anwaltszimmer (nicht das einzige Mal, dass ich an diesem Tag als Anwältin durchkommen muss / darf) weiß man nicht genau, ob man sich auf den grünen (Kunst-?)Lederpolstermöbeln auf abgetretenem Teppichboden zwischen rauchenden, vielfach schnurrbärtigen Typen und außer uns zumindest einer anderen Frau wie in England oder der ehemaligen DDR vorkommen soll. Beides steht in Widerspruch zu unserem Exprimido-de-Naranja-Geschlürfe. Ein wenig später erscheint Myriams Freund Martín, der schon von Vornherein sauer ist, dass ich ihm nihct früher vorgestellt wurde, und gleich fragt, ob ich – wenn ich denn wieder nach BA komme – schon eine Unterkunft hätte, denn ansonsten stünde mir natürlich sein Haus zur Verfügung. Leider Gottes müssen wir überstürzt aufbrechen, bevor es zu einem Heiratsantrag kommt oder er mir irgendein Versprechen abringen kann, Myriam hat nämlich eine andere Audiencia in Escobar.

Vorher Lagebesprechung mit ihrem Klienten – und Freund (ein Fall also, der kein Geld bringt) – Carlos, der sich endlich (laut Myriam viel zu spät) scheiden lassen will. Ort des Geschehens: die erste Tanke im Ort. Da sitzen wir 3 also mit unseren Baggio-Pronto-Multifrutal-TetraPak, dem argentinischen Pendant zu Sunkist, auf orangenen Plastiksesseln (der am Boden festgeschraubte Typ, der sich nicht mal bewegen lässt) und Carlos erzählt, wie der Kontakt zu seinen Kindern funktioniert oder eben nicht. Sehr skurill aber durchaus eine Erfahrung.

In seinem Auto fahren wir zum Gericht bzw. Friedensrichter mit Landgemeindeamtcharakter. Er – ebenfalls Anwalt – muss sich draußen mit seinen Anwaltsfreunden unterhalten, weil seine Frau ihn nicht mehr sehen will. Wir Ladies gehen rein zur zukünftigen Ex, die mehr wie seine Mutter aussieht und deren Anwalt in den 60ern sich augenblicklich für mich interessierte und seine Klientin Klientin sein ließ.Myriam hatte mich, um Probleme zu vermeiden, als österreichische Anwältin vorgestellt, er sprach mich daraufhin mit „doctora“ an, fragte mich zum österreichischen Rechtssystem aus und ließ mir zum Glück nicht allzu viel Zeit zum Antworten, weil er selbst sehr mit Reden beschäftigt war. Währenddessen unterschreiben die Parteien irgendwas vor der Richterin, und das war’s auch schon. Der Beruf ist also eigentlich ganz leicht.

Carlos revanchiert sich mit einem Tankstellenkaffee und prüft noch Myriam’s Reifendruck, wenn wir schon „vor Ort“ sind. Der will mich zwar nicht heiraten, aber immerhin bin ich zu seiner Hochzeit eingeladen. So wünscht man sich eine gute Reise bzw. eine gute Scheidung und natürlich ganz viel „suerte“.

Sunday, November 12, 2006

Teatro Colón




Typisch, ich hab die Saison verpasst, immerhin eine Fuehrung ist sich noch ausgegangen, bevor das Theater fuer eine Generalsanierung mehr als ein Jahr schliesst. Man kann nur hoffe, dass sie das gute Stueck nicht verschandeln. Schon beeindruckend, was da alles drin ist: 30.000 Kostueme, 20.000 Paar Schuhe, zig Tonnen Marmor, der wie fast alles andere (sogar die Sofas in der Lounge des Preaesidenten... irre!) aus Europa hergekarrt wurde etc. etc. Die "Subsuelos", also Untergeschosse, sind allerdings weniger pompoes: sehen aus wie Schutzkeller oder alte Uni-Gebaeude, und im allgemeinen Proberaum ueben die Stars hinter schalldaemmendem Wellblech. So bleiben sie wenigstens am Boden.

San Telmo... otra vez!

Bei Schoenwetter, Einkaufslust, Langeweile oder fuer Allfaelliges wenden Sie sich an den Strassenverkaeufer Ihres Vertrauens. Zum Beweis dafuer, dass Geld nicht alles auf der Welt ist, bekamen Carina und ich sogar ein vor unseren Augen handgefertigtes Mini-Ohrringerl. Als wir Roberto (Costa Rica, Foto: Mitte) dann immer noch nix abkaufen wollten, mussten wir, um unserem Ruf als harte, egoistische, herzkalte Oesterreicher bzw Deutsche entgegenzuwirken, versprechen, auf dem Rueckweg wieder vorbeizukommen und ein Bier mitzubringen. Der Anfang einer halbstuendigen Freundschaft - oder im Bedarfsfall einer Sonntagsbeziehung, so eine feria im barrio vor der Haustuer ist schon was Praktisches!


A propos vor der Haustuer: Zwar nicht auf unserer Dachterasse aber immerhin nur zwei Haeuser weiter (Steff, Martin, auf eurem Hostel) wurde heute ein Zipfer-Werbespot gedreht, ziemlich lustig, so ein Typ wurde bei der aergsten Hitze bungee-maessig raufgeschossen und sollte dann ein Sechsertragerl von der kreischenden trinkenden Menge entgegennehmen. Trotz meiner Nationalitaet bekamen wir kein Gratisbier.


Colonia, Uruguay II

Von wegen Containerhafen - hier dampfen die Schiffe noch!





Und Yábor, so ne Art uruguayischer Revoluzzer-cum-Dichter-Liedermacher spielt in der Kneipe nebenan fuer uns ("la mesa de la luz") und noch ca 4 andere Gaeste. Ana kannte ihn noch aus Studentenrevolutionszeiten, und ueberhaupt ist er angeblich bekannt, sie unterhielt sich gleich mit ihm, als waeren sie alte (ups, das alt wird sie mir nicht verzeihen) Kumpels, eindeutig dieselben vibes!


Colonia, Uruguay

Mit der Faehre hinzukommen ist gar nicht so einfach, aehnliche Formalitaeten wie am Flughafen nur ein bissi komplizierter bzw chaotischer. "Unser" Schiff ging mal erst gar nicht, weil kaputt und in Reparatur, deshalb nahmen wir unfreiwillig den teureren aber schnelleren Flitzer und waren in einer Stunde von Buenos Aires in Uruguay.


So eilig es die Leute in Buenos Aires auf die Faehre hatten, in Colonia aenderte sich der Rhythmus sofort, hier wird nicht gegangen sondern geschlendert, und zwar nicht am Gehsteig sondern mitten auf der Strasse, selbige aus Kopfsteinpflaster. Autos gibt es zwar, doch wenig, die meisten aeltere Semester, und die Fahrer nehmen tatsaechlich Ruecksicht auf Fussgaenger - eine andere Welt, scheint mir. Irgendwie anders als alles, was ich bisher gesehen habe, schon eine Stadt, aber gleichzeitig Park und Strand... und Weltkulturerbe, das einzige Uruguays, wie das Plakat am Hafen stolz verkuendet.




Ach ja, Autos werden hier auch nicht nur zur Fortbewegung verwendet, die Colonianer sind kreativ, das heisst dann sicher "auto artesanal":


Tuesday, November 07, 2006

Aguarde y será atendido...

Ich bin ja schon aus der Arbeit mit diversen Warteschleifenmusikarten (von Mozart bis Michael Jackson) vertraut. Nun lasse ich mich auch im Privatleben quasi hobbymäßig verbinden. Gestern weigerte sich nämlich der Bankomat nach einem kurzen "Ihre Karte kann leider nicht gelesen werden", mir selbige wieder herauszugeben (ich hatte noch nicht einmal die Chance einen falschen Pin einzugeben oder sonst irgendetwas falsch zu machen). Was macht man in so einem Fall, man ruft die angegebene Hotline an und ist als Österreicherin auch noch naiv genug zu glauben, das würde irgendwie helfen (ja, ich weiß, dass sie mir die Karte nicht per sms schicken können, aber eine Hotline muss doch zu irgendetwas gut sein, oder???). Falsch gedacht, man wird nur verbunden - Dialog(e) ca wie folgt: Aha, eine carta de debito, einen Augenblick, ich verbinde Sie - Was, von einer österreichischen Bank, da verbinde ich Sie weiter - Ach so, in der Banco de Rio, da ist mein Kollege zuständig - Wie war das, Ihre Karte wurde eingezogen: na dann müssen Sie Ihre österreichische Bank anrufen, wir können da nichts machen. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich hab Sie inzwischen tatsächlich wieder gekriegt. Und optimistisch, wie ich bin, geh ich mal davon aus, dass sie erstens noch funktioniert und zweitens nicht kopiert oder was weiß ich was wurde. Aaaah, dieses Land...

Caminando así, te vas a matar!

Liegt's an Buenos Aires, oder liegt's an mir? Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich aufrecht zu halten. Die Stadt legt einem nicht nur eine Unmenge von Hundehaufen sondern auch sonstige Stolpersteine in den Weg. Heute bin ich fast einem Obdachlosen in die Arme gefallen, der sich gleich Sorgen machte und meinte: "caminando así, te vas a matar!" Naja, so schlimm ist es dann auch wieder nicht.

Thursday, November 02, 2006

BA von oben - aus dem Fenster der AHST






Wenn ich aus dem Kopfschütteln über die Zustände gar nicht mehr rauskomme, kann ich zumindest aus dem Fenster schauen.

Cemeterio de la Recoleta






Die liegt Evita, die quasi reingeschummelt wurde in den Friedhof der "high society". Ich hab ihr - angeblich ohnehin unspektakuläres Grab - zwar noch nicht gefunden, aber ansonsten ist der Friedhof schon toll, ich kenne jemanden, der ihn vielleicht "eine Stadt in der Stadt" nennen würde (-:

Ateneo



Die groesste Buchhandlung Lateinamerikas, hab ich gelesen. Ob das wohl wirklich stimmt. Jedenfalls die coolste von Buenos Aires. Ehemaliges Theater, und auf der Buehne kann man Kaffee oder Licuado Tutti Frutti schluerfen, die Buecher an/auslesen und dem Klavierspieler zuhoeren.

Ana - Mama oder Geburtstagskind?


Meistens kocht ja Ana für uns, und wenn dann gibt es garantiert totes Tier (Steff, Martin - seid ihr in Österreich auch noch nicht "vom Fleisch gefallen"? Steff, zu mir ist durchgedrungen, man hat dich kürzlich in der Schottenfeldgasse mit einer Leberkässemmel in der Hand gesichtet...). Zu ihrem Geburtstag haben uns Carina und ich als Bäcker versucht. Erfolgreich? Naja, so mittel, zum Anzünden des Gasherds brauchten wir ca 50 Zündhölzer und eine halbe Stunde. Und so richtig fest wurde das ganze dann auch nicht (siehe Bild) - bleibt wohl das einzige Mal, dass ich den Herd für etwas anderes als Wasserkochen benutzte... Ana hat sich jedenfalls gefreut, wir sind somit offiziell adoptiert. Ana's Geburtstag wird noch immer gefeiert (ca. einmal pro Woche), und ansonsten gibt es kleinere soziale Besäufnisse und am Wochenende eventuell einen Ausflug nach Colonia, Uruguay.

Ein Herz fuer BA




Carina und ich mit jeweils einem großen Herz am Plaza San Martín.

Las Madres / Las Abuelas






Die Madres und Abuelas de Plaza de Mayo marschieren noch immer...

Saturday, October 28, 2006

BA Graffiti


Buenos Aires ist voll von Graffiti-Kunst, und diese sprach mir irgendwie aus der Seele. Irgendwer muss die Verantwortung schliesslich tragen.

Yarir hat das Bild auf meiner Kamera natuerlich prompt entdeckt, als er sie sich ausborgte, und der schwebt ja derzeit auf der vollen Glaubenswelle (sogar wenn er argentinischen Rock hoert, kann man sicher sein, dass die lyrics sowas wie "jesús, tomalo todo..." verkuenden). War mir nicht ganz sicher, wie er es aufnahm, aber da seine Kirche ohnehin mehr wie eine Sekte wirkt, geh ich nicht vom schlimmsten aus. Er redet auch noch mit mir. Immerhin hab ich nicht gleich wie Carian am ersten Tag gleich klargestellt: "Nein, in die Kirche geh ich eigentlich nur Weihnachten, ist irgendwie langweilig, fast nur alte Leute." Messen auf DVD sind halt nicht jedermanns Fall.

Wednesday, October 11, 2006

La Noche de los Museos






Einsichten, Aussichten und ein Museumskaffee zwischendurch. Museo de las Artes Decorativas bzw dessen nettes Café (das Museum selbst hat man in zehn Minuten im Schnelldurchgang erledigt) und Museo Malba... sehr cool!

Familienzusammenfuehrung


Die Freude ueber Steff und Martin´s Besuch war sichtlich gross. Ana ist sowieso die volle Mama, wir - dh Carina und ich - ueberlegen deshalb, ihr am Muttertag was zu kochen. Das Dilemma ist nur, dass wir beide die vollen Nieten sind, was Fleischzubereitung betrifft (und ueberhaupt, kann ja auf argentinisch - ja, das ist eine eigene Sprache, eben erst "diccionario del lunfardo" gekauft - kaum Gemuese bestellen, beim Baecker tu ich mich auch schwer, aber in all den Faellen kann man wenigstens auf das Objekt der Begierde zeigen, bei Fleisch hab ich nicht die leiseste Ahnung, wie es denn aussehen soll), und was Vegetarisches kann man hier fast nicht bringen. Obwohl ich schone eine Vegetarierin kennengelernt habe, die meinte, sie waere in ihrem Freundeskreis in guter Gesellschaft. Yarir ist nicht auf dem Bild, den seh ich auch sehr selten, wir arbeiten wohl beide zuviel oder gehen zu oft fort - Ansichtssache!

It takes two to tango? Nicht unbedingt... Beweisfoto.


Anlaesslich meines zehnjaehrigen Debutantenball-Jubilaeums, oder soll ich sagen meiner zehnjaehrigen Abstinenz in punkto Paartanz, habe ich meine Abneigung ueber Bord geworfen und bin tanzen gegangen. Naja, vorher war da schon eine Tango-Lesson in Virginia (Caroline, Anthony und Martin sei Dank), und ich stand ja ein klein wenig unter Druck, weil Luciano schon mit einem Tanz-Date "gedroht" hatte. Insofern war ich auch schon mal mit Partner unterwegs, in diesem Fall haben wir die dezente Aufforderung "cambio der pareja" gefliessentlich ueberhoert und waren auch erstaunlich kompatibel. Nach fuenf Minuten in der Anfaengergruppe haben wir uns gleich selbst zu Fortgeschrittenen befoertert, damit da auch was weitergeht. Zweimal war ich auf eigene Faust unterwegs, da ist das cambio-de-pareja-System sehr hilfreich. Bin direkt auf den Geschmack gekommen, auch wenn mir in jedem Kurs etwas völlig Anderes (dh jeweils ein ganz anderer Tanz) gelehrt zu werden scheint. In der allerallerersten Stunde haben sie mir gleich fuenf verschiedene Schritte eingetrichtert, und heute, wo ich schon mit einem gewissen Selbstbewusstsein hinging, uebten wir eine Stunde lang nur das Gehen, trotzdem: schwierig genug. Der volle Macho-Tanz uebrigens, ohne die "marca", das Zeichen des Mannes, darf frau ueberhaupt nichts unternehmen, dann soll es allerdings relativ schnell gehen. Naja, warhscheinlich ist das in Wirklichkeit bei allen Paartaenzen so, bloss hab ich das halt im Tanzkurs nicht so ganz mitgekriegt... bzw kam da wahrscheinlich kein (eindeutiges) Zeichen. Johanna, Caroline, ich versteh euch: hier sind die meisten Tanzpartner sogar kleiner als ich.

San Telmo am Sonntag






Markt, Tango, Strassenmusik, Bier in der Sonne, Folklore im Park... alles vor der Haustuer. Die Strassen muss man allerdings mit vielen Menschen teilen. Weiterkommen is nich.